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Und so sagten Sie ''ah, du meinst die Eseloa (Esel -
Eier)', er antwortet 'er weiß auch nicht genau, aber irgend so
etwas ist es halt, was da angebaut wird und bei uns noch nicht'.
Nach einigem Hin und Her haben sie ihm halt einen so einen Kürbis
verkauft. Am Heimweg hat er vor lauter Durscht in Kitzeck
einkehren müssen und wie er dann auf der Schneid' oben war, ist
er, vom Rausch übermannt, schläfrig geworden. Neben einem Baum hat
er sich niedergesetzt. Und wie er sich so niedersetzt, denkt er
die runde Frucht könnte fortkugeln, und daher setzt er sich drauf.
Nach einiger Zeit, wie er wieder aufkommt, und schlaftrunken noch
nicht gewusst hat, wo er ist, hat er sich aufgerappelt und wie er
aufsteht, fangt der Kürbis an zu kugeln. Der Kürbis ist im Tal
zerschellt und die Kerne sind in alle Richtungen geflogen und so
sind die Kürbiskerne ins Sulmtal gekommen.
Wann sich das zugetragen hat, wissen wir nicht. Nur nach den
jüngsten geschichtlichen Erkenntnissen sind die ersten Kürbisse in
Gleinstätten angebaut worden. Und zwar gibt es da eine urkundliche
Erwähnung vom 18.2.1697.
Wir selber haben in unserem Betrieb eine Kopie von 1773 aus einer
Handschrift von Maria Theresia, ergehend an die Steirer vom
'nützlichen Gebrauche mit den sog. Kürbissen'. Darin werden die
Leute hingewiesen, was sie mit dem Kürbisfleisch alles tun können.
Z. B. Brotbacken teils als Wasserersatz oder Mehlersatz haben sie
das Kürbisfleisch zermatschkert, und haben sie sozusagen mit dem
Mehl vermengt damit sie sparen konnten. Und dort steht auch der
Hinweis, dass sie einen Teil der Ernte reif werden lassen sollten
und die Kerne essen. Weil es gab damals Heuschreckenplagen, die
die Ernten dezimiert haben, und da haben die Leut' Hunger gelitten
und das war dann der Anlass, dass man angefangen hat den
Kürbiskern extra zu ernten. Zuerst hat man ja nur den Kürbis als
Gemüse gegessen. Die Maria Theresia war a gscheites Weiberl, weil
sie hat anscheinend schon gewusst, dass in dem Kern ein wertvolles
Fett drinnen ist. Um 1773 herum, hat man begonnen aus dem
Kürbiskern Öl zu pressen.
Weil früher ein jeder von dem gelebt hat, was er selber angebaut
hat, hat man es für den Hausgebrauch genutzt, es war für jeden da
aber noch keine Handelsware. Erst nach dem Krieg hat man aus der
Not - die Stadtleut' haben teilweise Geld gehabt, aber nichts zu
essen - den Handel begonnen. Ich kann mich noch erinnern, dass man
in den 48er, 49er Jahren für einen Kilo Schweinefett 100,--
Schilling bezahlt hat. Ein Taglöhner hat in der Landwirtschaft
5,-- Schilling pro Tag verdient. In der Stadt hat man zu dieser
Zeit Speiseöl bekommen. Ein weißes Öl war bei uns in den 50er
Jahren eine absolute Rarität. Es hat keiner gegessen, hat auch
keiner gebraucht, weil mit Schmalz gekocht wurde. Und zu der Zeit
hat dann der Handel mit dem Kernöl begonnen und heute ist es auf
der ganzen Welt verbreitet. |